Assistenten

Seit dem Jahre 2001 werden in Mönchengladbach am Berufskolleg Volksgartenstraße Staatlich geprüfte Kaufmännische Assistenten/Assistentinnen für Informationsverarbeitung ausgebildet. Dieser Bildungsgang ist erst im Jahr 2000 vom Land NRW eingerichtet worden und hat guten Zuspruch gefunden.

Allgemeines

Der Mangel an jungen Menschen mit Qualifikationen im Bereich Datenverarbeitung / Informationsverarbeitung ist seit einigen Jahren Gegenstand heftiger Diskussionen und aktionistischer politischer Handlungen (schnell gestrickte Curricula für IT-Berufe, Green-Cards, Quereinsteiger-Reglungen für Berufskollegs).

Der Entschluss der Landesregierung, neben dem schon seit langem gut eingeführten Assistenten für Informationstechnik, der an technischen Berufskollegs ausgebildet wird, eine kaufmännische Variante zu schaffen, den Assistenten für Informationsverarbeitung, führt zu einer nachhaltigen Stärkung dieser von der Wirtschaft so stark nachgefragten Qualifikation. Weiterhin eröffnet er Jugendlichen eine sehr gute Berufsperspektive. Das Besondere an dieser Ausbildung sind folgende Punkte:

Dauer der Ausbildung 3 Jahre
Eingangsvoraussetzung Fachoberschulreife
Praktika 6 Wochen in der Klasse 12;
4 Wochen in der Klasse 13
Abschluss Fachhochschulreife und Berufsabschluss nach Landesrecht
Berufsbezeichnung Staatlich(e) geprüfte(r) Kaufmännische(r) Assistent(in) - Fachrichtung Informationsverarbeitung

Die Neustrukturierung der Assistenten-Berufe stellt somit ein Gegenstück oder eine Ergänzung zum/des dualen Bildungssystem/s dar. Die verkürzte Ausbildung wird sicherlich Anklang finden. Die Wirtschaft hat viel Interesse, zumal nach Beendigung des Bildungsganges die Berufsschulpflicht entfällt. Der Staat (das Land) springt hier ein und bietet Ausbildungsalternativen an, d.h. komplette Berufsausbildungen in schulischer Form:

Neben den 377 000 "klassischen" Auszubildenden (Berufsausbildung durch Betrieb und Teilzeitberufsschule oder an den Lehranstalten des Gesundheitswesens) gab es im vergangenen Jahr noch weitere 25 883 Jugendliche und junge Erwachsene, die durch den Besuch bestimmter berufsfachschulischer Bildungsgänge des Berufskollegs (in schulischer Vollzeitform) zu einem anerkannten Berufsabschluss gelangen möchten.

Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen mitteilt, waren das 6,2 Prozent mehr als 1998 (24362). Über die Hälfte (57,4 Prozent; 1998: 62,0 Prozent) der Personen, die von der Möglichkeit Gebrauch machten, einen Berufsabschluss nach Landesrecht (z.B. als "Staatl. geprüft. Assistent/-in") bzw. nach Bundesrecht in einem "klassischen" Ausbildungsberuf nach der Handwerksordnung (z.B. Werkzeugmacher/-in) oder nach dem Berufsbildungsgesetz zu erwerben, waren Frauen."

Die Assistentenausbildung hat in NRW und Deutschland Tradition und findet immer mehr Zuspruch.


2 Profil der/des Kaufmännischen Assistentin/en für Informationsverarbeitung

Neben einer starken Einbindung in die klassischen kaufmännischen Fächer wie BWL, Rechnungswesen finden sich in der Stundentafel betont ganz moderne Fächer mit starkem Bezug zur Informatik, Informationsverarbeitung, Organisationslehre – gestärkt durch Mathe, Deutsch und Englisch. Im Wahlbereich (Differenzierung kann sich zwischen Sprachen und Steuern entschieden werden.)


2.1 Fächerkanon

Fächer des fachlichen Schwerpunktes
Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen
Volkswirtschaftslehre
Informationswirtschaft Wirtschaftsinformatik
Betriebsorganisation / Projektmanagement
Anwendungsentwicklung
Mathematik
Englisch
Betriebspraktika (10 Wochen)
Berufsübergreifender Lernbereich
Deutsch/Kommunikation
Religionslehre
Sport/Gesundheitsförderung
Politik/Gesellschaftslehre
Differenzierungsbereich
Unternehmenspraxis oder Spanisch/Französisch


2.2 Berufliche Qualifikationen

  • Sie arbeiten in unterschiedlichen Branchen bei der Einsatzvorbereitung und Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnik für kaufmännisch-verwaltende Aufgaben mit.
  • Sie verknüpfen ihre DV-Kenntnisse mit betriebswirtschaftlichen Anforderungen.
  • Sie wirken bei der Vorbereitung betrieblicher Entscheidungen mit und arbeiten der Abteilungsleitung, Stabsstellen, Projektleitung oder der Geschäftsleitung zu.
  • Dabei handeln sie selbstständig, kundenbezogen und qualitätsbewusst. Dies schließt die Bereitschaft zur beruflichen Fort- und Weiterbildung ein.

Insbesondere handelt es sich dabei um folgende Qualifikationen:

  1. Konfigurieren von Hardware
  2. Einführen und Anpassen von Anwender-Software
  3. DV-gestütztes Organisieren betrieblicher Tätigkeiten unter Einsatz von Standard- und Branchensoftware
  4. Vorbereiten des Einsatzes von Datenverarbeitungssystemen zur Beschaffung und Aufbereitung von Daten
  5. Verwalten und Organisieren von betrieblichen Datenbeständen
  6. Auswertung und Weitergabe von Daten
  7. Mitwirken beim Jahresabschluss und der Kosten- und Leistungsrechnung
  8. Beachten von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
  9. Anwenden rechtlicher Vorschriften, die für die Bewältigung betrieblicher Aufgaben relevant sind
  10. Beachten von arbeits- und datenschutzrechtlichen Bestimmungen
  11. Erkennen, Vermeiden bzw. Vermindern von Umweltbelastungen
  12. Gestalten von Texten und Grafiken
  13. Erstellen von Dokumentationen und Projektunterlagen
  14. Mitwirken bei der Erfassung und Dokumentation der Unternehmensleistungen
  15. Präsentieren von Arbeitsergebnissen
  16. Mitgestalten einer rationellen Büro- und Arbeitsplatzorganisation
  17. Verstehen englischer Fachtexte
  18. Kommunizieren in einer Fremdsprache in beruflichen Situationen
  19. Beraten von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen
  20. Schulung von Beschäftigten und Hilfestellung beim Einsatz von Datenverarbeitungssystemen
  21. Kommunizieren und Kooperieren im Team

3 Ausblick

Am BK-Volksgartenstraße fingen wir im Schuljahr 2001/02 mit 2 Klassen in dem Bildungsgang an zu arbeiten. 54 Schülerinnen und Schüler haben sich angemeldet. Es ist damit zu rechnen, dass dieser Bildungsgang ähnliche Zuwächse erfahren wird, wie der informationstechnische Assistent. Inwieweit dieses Wachstum von den Schulen aufgefangen werden kann, wird sich zeigen. Am Berufskolleg Volksgartenstraße strengen sich Kolleginnen und Kollegen in Zusammenarbeit mit der Schulleitung bis jetzt sehr erfolgreich an, den hohen Anforderungen an das Ausbildungsniveau im IT-Bereich (hierzu zählt ohne Zweifel die Assistentenausbildung) gerecht zu werden.

Stundenplan

Staatlich geprüfte kaufmännische Assistentin /

Staatlich geprüfter kaufmännischer Assistent

und Fachhochschulreife

Fachrichtung: Informationsverarbeitung

Lernbereiche/Fächer:

11

12

13

Berufsbezogener Lernbereich

Fächer des fachlichen Schwerpunkts:1

 

1. Kaufmännische Kernfächer

Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen1)

6

6

6

Volkswirtschaftslehre

2

2

2

2. Informationsverarbeitung

 

Informationswirtschaft3)

3

3

3

Wirtschaftsinformatik2)3)

4

4

4

Betriebsorganisation/Projektmanagement3)

2

2

2

Anwendungsentwicklung4)

3

3

3

Biologie - evtl. Physik

2

2

2

Mathematik2)3)

2

2

2

Englisch3)5)

2

2

2

Betriebspraktika

 

6 Wochen

4 Wochen

Berufsübergreifender Lernbereich

Deutsch/Kommunikation5)

2

2

2

Religionslehre

2

2 2

Sport/Gesundheitsförderung

2

2 2

Politik/Gesellschaftslehre

2

2 2

Differenzierungsbereich6)

Spanisch, Französisch oder

2

 

2

 

2

Unternehmenspraxis

Fachhochschulreifeprüfung

Schriftliche Prüfungsfächer:

  1. Ein Fach des fachlichen Schwerpunktes aus dem mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bereich8) oder Mathematik
  2. Deutsch/Kommunikation
  3. Englisch

 

Berufsabschlussprüfung7)

Schriftliche Prüfungsfächer:

  1. Prüfungsfach
  2. Prüfungsfach
  3. Prüfungsfach
  4. Prüfungsfach (ggf.)

 

Praktische Prüfung:

Die praktische Prüfung dauert mindestens sechs Zeitstunden. Sie kann auch in Verbindung mit den Prüfungsfächern des fachlichen Schwerpunktes in integrierter Form stattfinden.

 


1 In den Stundentafeln des fachlichen Schwerpunkt sind fachpraktische Anteile in den Stundenvolumen einzubeziehen.
2 Mögliches erstes schriftliches Fach der Fachhochschulreifeprüfung
3 Mögliches schriftliches Fach der Berufsabschlussprüfung
4 Festlegung durch die Bildungsgangkonferenz:
Eine Naturwissenschaft ist mindestens im Umfang von 2 Jahresstunden verpflichtend: Physik, Chemie, Biologie.
5
Schriftliches Fach der Fachhochschulreifeprüfung

6 Im Differenzierungsbereich sind bei Bedarf 160 Stunden für die zweite Fremdsprache vorzusehen.
7 Zu Beginn des letzten Ausbildungsjahres legt die Bildungsgangkonferenz maximal vier Fächer, davon mindestens drei Fächer des fachlichen Schwerpunktes, als schriftliche Prüfungsfächer fest.
8 Wird als erstes schriftliches Fach der Berufsabschlussprüfung gewertet

Aufnahmevoraussetzungen

Formale Voraussetzung

Voraussetzung für den Besuch des 3-jährigen Bildungsganges zum/r Staatlich geprüften Assistenten/in für Informationsverarbeitung ist die Fachoberschulreife oder die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe.


Anmerkungen

  • Die Mindestvoraussetzung für den Besuch der Höheren Berufsfachschule für Kaufm. Assistentinnen/Assistenten ist die Fachoberschulreife oder die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe.
  • Darüber hinaus muss Interesse an kaufmännischen Aufgabenstellungen sowie Daten- und Informationsverarbeitung vorhanden sein.
  • Spaß am logischen Denken und keine Defizite in Mathematik, Englisch und Deutsch führen sicherlich zu einem guten Abschluss.
    Näheres zur Berechtigung sagt dazu APO-BK Anlage C § 1 Abs. 3

Anmeldung

Folgende Unterlagen sind einzureichen:

  • Beglaubigte Kopie des letzten Schulzeugnisses
  • Tabellarischer Lebenslauf

Folgen Sie bitte dem Link 'Ameldezeitraum und -zeiten', um hierzu Näheres zu erfahren.

Praktikum

Das Praktikum ist Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung.
Es werden 2 Praktika gemacht: Das erste Praktikum ist am Ende der Klasse 12 (6 Wochen), das zweite Praktikum am Ende der Klasse 13 (4 Wochen).

Praktikumszeiten:

  • Praktikumszeiten der Klassen AS41 und AS42 Gem. des Beschlusses der Bildungsgangkonferenz vom 31. Mai 2001 werden die Praktikumszeiten wie folgt festgelegt:

    Praktikumin Klasse 12 (2015/2016)in Klasse 13 (2016/2017)
    Dauer: 6 Wochen 4 Wochen
    Beginn: 4 Wochen vor den Sommerferien:
    13.06.2016 (frühestens)
    4 Wochen vor den Osterferien:
    13.03.2017 (frühestens)
    Ende: 22.07.2016 (frühestens) 07.04.2017 (frühestens)
    Abgabe des Praktikumsberichts: 23.09.2016 05.05.2017

    Die Schülerinnen und Schüler kümmern sich selbst um die Praktikumsplätze. Bevor das Praktikum angetreten wird, muss es vom Berufskolleg genehmigt werden. Es dürfen nur Praktikumsplätze mit kaufmännischen Bezügen angenommen werden.

 

  • Praktikumszeiten der Klassen AS51 und A522 Gem. des Beschlusses der Bildungsgangkonferenz vom 31. Mai 2001 werden die Praktikumszeiten wie folgt festgelegt:

    Praktikumin Klasse 12 (2016/2017)in Klasse 13 (2017/2018)
    Dauer: 6 Wochen 4 Wochen
    Beginn: 4 Wochen vor den Sommerferien:
    19.06.2017 (frühestens)
    4 Wochen vor den Osterferien:
    26.02..2018 (frühestens)
    Ende: 28.07.2017 (frühestens) 23.03.2018 (frühestens)
    Abgabe des Praktikumsberichts: 29.09.2017 20.04.2018

    Die Schülerinnen und Schüler kümmern sich selbst um die Praktikumsplätze. Bevor das Praktikum angetreten wird, muss es vom Berufskolleg genehmigt werden. Es dürfen nur Praktikumsplätze mit kaufmännischen Bezügen angenommen werden.

  • Praktikumszeiten der Klassen AS61 und AS62 Gem. des Beschlusses der Bildungsgangkonferenz vom 31. Mai 2001 werden die Praktikumszeiten wie folgt festgelegt:

    Praktikumin Klasse 12 (2017/2018)in Klasse 13 (2018/2019)
    Dauer: 6 Wochen 4 Wochen
    Beginn: 4 Wochen vor den Sommerferien:
    18.06.2018 (frühestens)
    4 Wochen vor den Osterferien:
    18.03.2019 (frühestens)
    Ende: 27.07.2018 (frühestens) 12.04.2019 (frühestens)
    Abgabe des Praktikumsberichts: 21.09.2018 10.05.2019

    Die Schülerinnen und Schüler kümmern sich selbst um die Praktikumsplätze. Bevor das Praktikum angetreten wird, muss es vom Berufskolleg genehmigt werden. Es dürfen nur Praktikumsplätze mit kaufmännischen Bezügen angenommen werden.

 

 

Praktikumsdokumente finden Sie nun hier

BAFÖG

BAFÖG für Berufsfachschüler/-innen

Absolventen von Berufsfachschulen mit berufsqualifizierenden Inhalten können Schüler-BAFÖG beantragen. Da die Einkommensgrenzen stark heraufgesetzt worden sind, ist es für fast jede/n Schüler/in ratsam, den Antrag zu stellen.


Wo wird Schüler-BAFÖG beantragt?

Stadtverwaltung Mönchengladbach
Amt für Ausbildungsförderung
Zimmer 233 und 234
Aachener Str. 2
41050 Mönchengladbach

Fon (0 21 61) 25 34 06 und 25 34 07
Fax (0 21 61) 25 34 19

Sprechzeiten:
Di. 14:00 Uhr - 16:00 Uhr
Mi. 08:00 Uhr - 12:30 Uhr
Do. 08:00 Uhr - 12:30 Uhr
Do. 14:00 Uhr - 16:30 Uhr

Schüler/-innen, die nicht aus MG kommen, beantragen BAFÖG bei dem BAFÖG-Amt ihrer Gemeinde.


Fristen

Die Frist beginnt mit Antragstellung zu laufen. Rückwirkend wird BAFÖG nicht gewährt. Also: Wer den Antrag erst am 1. 10. stellt, erhält für September kein Geld mehr.


Weitere Informationen

Bundesministerium für Bildung und Forschung
Referat Öffentlichkeitsarbeit
53170 Bonn

Internet: www.bmbf.de

Auf der Internet-Seite des BMBF gibt es einen sog. BAFÖG-Rechner, mit dessen Hilfe ohne Probleme ausgerechnet werden kann, ob es sich lohnt, einen Antrag zu stellen. Weiterhin sind dort alle benötigten Formulare per Download zu erhalten.

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