Bankkaufleute

Das Berufsbild Bankkaufleute bietet eine interessante und umfassende, aber auch anspruchsvolle Ausbildung. Als dualer Partner der Kreditinstitute hat die Berufsschule u.a. das Ziel, eine theoretisch fundierte Grund- und Fachbildung zu vermitteln sowie die vorher erworbene allgemeine Bildung zu erweitern. Gemäß Einführungserlass 27.07.2004 (ABl. NRW. 8/04 S. 268) für den Rahmenlehrplan Bankkaufmann/-frau werden die Auszubildenden durch den Besuch der Berufsschule befähigt, die im Berufsalltag an sie gestellten Aufgaben zu erfüllen sowie die Arbeitswelt und die Gesellschaft in sozialer Verantwortung mitzugestalten.  

1 Betätigungsfelder

Bankkaufleute sind in allen Geschäftsbereichen der Kreditinstitute tätig (z.B. Kontoführung, Kreditgeschäft und Geldanlage). Weitere Möglichkeiten für eine Betätigung finden sie häufig auch in Bausparkassen, Versicherungsgesellschaften, Kreditkartengesellschaften, Kapitalanlagegesellschaften, Wirtschaftsberatungsfirmen, Unternehmen für Vermögens- und Anlageberatung und Unternehmen der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft.

2 Aufgaben und Anforderungen

Aufgaben von Bankkaufleuten sind zum Beispiel:
  • Kundenberatung in den Bereichen Kontoarten und Nutzungsmöglichkeiten der Konten, Zahlungsverkehrsprodukte, Electronic-Banking-Produkte, Geldanlageprodukte, Versicherungs- und Altersvorsorgeprodukte, Kreditfinanzierungen
  • Bearbeiten von Kundenaufträgen im Rahmen der Kontoführung, des Zahlungsverkehrs und des Wertpapiergeschäfts
  • Mitwirken bei der weiteren Bearbeitung von Krediten (z.B. Sicherheitsfrage für das Kreditinstitut, Darlehen schrittweise auszahlen, Tilgungsphase begleiten)
  • Mitwirken beim Marketing des Kreditinstituts (Werbung und Öffentlichkeitsarbeit)
  • Vorschriften des Verbraucher- und Datenschutzes genau beachten.
Bewerber/-innen sollten daher
  • freundlich im Umgang mit Kunden sein und Spaß am Beraten haben
  • engagiert sein und gute Umgangsformen haben
  • gern im Team arbeiten und zuverlässig und belastbar sein
  • erfolgsorientiert und zielstrebig sein
  • eine gute Allgemeinbildung haben
  • Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen zeigen.

3 Dauer der Ausbildung und Verkürzungsmöglichkeiten

Grundsätzlich sieht die Ausbildungsordnung eine dreijährige Ausbildungsdauer vor (mehr). Allerdings sind Verkürzungen auf zweieinhalb Jahre die Regel, Auszubildende mit Abitur können sogar einen Ausbildungsvertrag über zwei Jahre abschließen. Beide Möglichkeiten werden von uns schulisch begleitet.

4 Praktische Ausbildung

Bankkaufleute absolvieren ihre Ausbildung an verschiedenen Ausbildungsorten. Sie erfolgt zum Beispiel im Rahmen der Privatkundenberatung sowie in Spezialabteilungen im jeweiligen Ausbildungsunternehmen (z.B. Auslandsabteilung, Baufinanzierungsabteilung und Abteilung für Wertpapieranlage). Die Ausbildung wird oft durch interne Seminare und Trainings unterstützt.

5 Theoretische Ausbildung

Die Auszubildenden werden im Berufskolleg Volksgartenstraße in Blöcken unterrichtet. Bei einer zweieinhalbjährigen Ausbildungszeit finden insgesamt fünf Blöcke mit einer Dauer von jeweils sechseinhalb Wochen statt. In jeder Blockzeit findet Unterricht üblicherweise an fünf Tagen in der Woche statt. Sollte die Ausbildungszeit auf zwei Jahre verkürzt sein, werden von den Auszubildenden nur vier Blöcke besucht.

Der Unterricht wird gemäß Lehrplan des Landes NRW in folgenden Fächern erteilt:
  1. Berufsbezogener Bereich
    • Allgemeine Wirtschaftslehre
    • Bankbetriebslehre
    • Datenverarbeitung
    • Rechnungswesen/Controlling
    • Englisch
  2. Berufsübergreifender Bereich
    • Deutsch/Kommunikation
    • Politik/Gesellschaftslehre
    • Religionslehre
    • Sport/Gesundheitsförderung
  3. Differenzierungsbereich
    • Allgemeine Versicherungslehre
Der zeitliche Schwerpunkt liegt eindeutig bei den Fächern Bankbetriebslehre, Allgemeine Wirtschaftslehre und Rechnungswesen/Controlling.
Die zu vermittelnden Inhalte sind in den Lernfeldern dargestellt, die Anzahl der Unterrichtsstunden in der Stundentafel. (mehr)

Bankkaufmann/Bankkauffrau
Unterrichtsfächer, Lernfelder und Unterrichtsstunden (gültig ab 01.02.2005)
Unterrichtsfächer Lernfelder
Nr. Lernfeldinhalte Std. max.
1. Jahr
Bankbetriebslehre 1 Privates und betriebliches Handeln
am rechtlichen Bezugsrahmen ausrichten
20
2 Konten führen 80
4 Geld- und Vermögensanlagen anbieten 100
Allgemeine Wirtschaftslehre 1 Privates und betriebliches Handeln
am rechtlichen Bezugsrahmen ausrichten
60
Rechnungswesen 3 Unternehmensleistungen erfassen und dokumentieren 60
2. Jahr
Bankbetriebslehre 5 Besondere Finanzierungsinstrumente anbieten
und über Steuern informieren
60
7 Privatkredite bearbeiten 80
Allgemeine Wirtschaftslehre 6 Modelle für Marktentscheidungen nutzen 60
Rechnungswesen 8 Kosten und Erlöse ermitteln und beeinflussen 80
3. Jahr
Bankbetriebslehre 10 Auslandsgeschäfte abwickeln 40
11 Baufinanzierungen und Firmenkredite bearbeiten 80
Allgemeine Wirtschaftslehre 12 Einflüsse der Wirtschaftspolitik beurteilen 120
Rechnungswesen 9 Dokumentierte Unternehmensleistungen auswerten 40

6 Prüfungen

Zwischenprüfung
Zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres findet eine IHK-Zwischenprüfung statt, in der in einem Zeitrahmen von 120 Minuten ca. 60 Aufgaben im Multiple-Choice-Verfahren bearbeitet werden. (mehr)

Abschlussprüfung

Am Ende der Ausbildungszeit erfolgt eine umfassende IHK-Abschlussprüfung, die aus einem theoretischen und einem praktischen Teil besteht. Der theoretische Teil erfolgt an zwei Prüfungstagen in schriftlicher Form. Der praktische Teil ist ein Beratungsgespräch und findet in mündlicher Form statt. (mehr)

7 Abschlüsse

Nach erfolgreich abgelegter Abschlussprüfung stellt die zuständige IHK ein Berufsabschlusszeugnis aus.
Die Leistungen in den Prüfungsfächern Bankbetriebslehre, Wirtschafts- und Sozialkunde, Rechnungswesen/Controlling sowie dem Beratungsgespräch werden einzeln aufgeführt. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Gewichtungsfaktoren wird eine Gesamtabschlussnote ausgewiesen.

8 Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach dem Bestehen der Abschlussprüfung stehen den Bankkaufleuten viele Möglichkeiten für das berufliche Weiterkommen offen. Beispiele für weitere anerkannte Ausbildungsstufen sind "Geprüfte/r Bankfachwirt/in (IHK)" oder "Sparkassenfachwirt/in".

Innerbetrieblich streben Bankkaufleute häufig Positionen von Gruppenleitung, Abteilungsleitung und Filialleitung an. Dazu sind jedoch gezielte Fortbildungen und eine erfolgreiche Berufserfahrung notwendig.

Im Anschluss an die Berufsausbildung ist auch ein Studium möglich, um danach die berufliche Laufbahn auf einer höheren Ebene fortzusetzen.

9 Nützliche Links

nach obennach oben